Hallo Julia, schön, dass du da bist und du uns mehr zu deinem Sabbatical erzählst. Du bist drei Monate lang durch Frankreich, Spanien und Portugal geradelt, hast dabei über 4.000 km zurückgelegt und bist dabei noch die meiste Zeit allein gereist. Wie kamst du darauf?
Julia: Ja, den meisten würde das wahrscheinlich nicht gerada als Erstes in den Sinn kommen (lacht). Ursprünglich wollte ich mir für die Reise einen Camper kaufen. Das hat jedoch leider nicht geklappt, deswegen bin ich kurzerhand von vier Rädern auf zwei umgestiegen, habe mir ein Gravelbike gekauft und bin losgefahren. Ich habe schon einmal zwei Alpenüberquerungen mit dem Fahrrad gemacht und wusste, dass ich diese Art zu reisen sehr gerne mag.
Das Tolle war, dass ich meinen Job dafür nicht kündigen musste. ProSiebenSat.1 bietet seinen Mitarbeiter:innen die Option einer Auszeit mit verschiedenen Sabbatical-Modellen. Ich finde das wirklich einen schönen Benefit, der ganz viel persönliche Flexibilität bietet!
Welche Vorbereitungen hast du getroffen und wie sah deine Route genau aus?
Julia: Ehrlich gesagt habe ich nicht viel geplant. Die grobe Route hatte ich zwar im Kopf, habe sie aber nicht detailliert ausgearbeitet. Ich konnte vorher gar nicht einschätzen, wie schnell ich sein werde und wollte mir auch die Freiheit geben, spontan Entscheidungen zu treffen. Mein Weg führte mich von der Schweiz durch Frankreich ans Mittelmeer, zurück zum Atlantik, den französischen Jakobsweg folgend, schließlich die Westküste Portugals und die Algarve entlang, bis kurz hinter Málaga in Südspanien.

Welche Herausforderungen hast du während deiner Reise allein gemeistert und wie hast du dich durch sie weiterentwickelt?
Julia: Julia: Den ersten Monat hatte ich noch Begleitung. Erst von meinem Vater, dann von meinem Freund. Die letzten zwei Monate war ich allein unterwegs und das fordert einen natürlich etwas mehr. Man muss alle Entscheidungen selbst treffen ohne die Möglichkeit zu haben, sich dazu mit jemand auszutauschen – das bedeutet sich bei Pannen helfen zu können und natürlich den richtigen Weg zu finden. Am herausforderndsten habe ich die Hitze Ende Juli in Südspanien empfunden – 46 Grad sind wirklich grenzwertig (lacht). Ansonsten hatte ich aber nur zwei Platten und kleinere Pannen. Ich denke, es ist wichtig, auch mal die persönliche Komfortzone zu verlassen. Auf der Reise habe ich mich nochmal besser kennengelernt und auch mein positives Mindset wurde dadurch gestärkt. Außerdem lernt man, sich aufs Wesentliche zu reduzieren, das ist echt bereichernd.

Kannst du uns von einem besonders beeindruckenden Erlebnis oder einer besonderen Begegnung während deiner Radreise erzählen?
Julia: Ohje (lacht)! Schwierig, eines rauszugreifen…Ich muss sagen, dass ich den Jakobsweg wirklich toll fand. Es herrscht tatsächlich eine besondere Atmosphäre sowohl auf dem „Camino“ als auch am Ende in Santiago de Compostela. In dieser Zeit habe ich auch am meisten Menschen kennengelernt, weil ich hauptsächlich in Pilgerherbergen und nicht in meinem Zelt geschlafen habe. Zum Beispiel habe ich einen Mann aus der Schweiz getroffen, der seit neun Jahren mit dem Rad auf Reisen ist. Man trifft wirklich spannende Persönlichkeiten. Genauso begeistert mich aber auch die portugiesische Westküste jedes Mal wieder von Neuem.

Wie hast du es geschafft, dich während der Reise selbst zu motivieren und weiterzumachen, besonders in Momenten, in denen es schwierig war?
Julia: Das klingt jetzt vielleicht komisch, aber ich musste mich kaum motivieren weiterzumachen. Es ist einfach ein grandioses Gefühl, morgens aufzustehen, loszufahren und zu schauen, was der Tag alles bringt. Nur bei der Hitze am Ende brauchte es manchmal ein klein wenig mehr Motivation. Zum Glück war ich zu dem Zeitpunkt schon gut trainiert und wusste genau, welche Strecken pro Tag ich mir zutrauen kann. Für meine Heimkehr hat mich übrigens ein neuer Job innerhalb von P7S1 angetrieben, was eine tolle Möglichkeit zur Weiterentwicklung für mich war.

Welche Tipps würdest du anderen Menschen geben, die eine ähnliche Radreise planen oder davon träumen, allein zu reisen?
Julia: Der erste Tipp: einfach machen! Man muss dafür nicht super trainiert sein und auch nicht allzu viel planen. Selbst einschlägige Navigationssysteme führen einen sowieso mehrfach in die Irre. Vieles ergibt sich auf dem Weg selbst. Der zweite Tipp: Vorbereitung ist sicher gut und notwendig, aber offen zu sein für Menschen, Bekanntschaften und spontane Aktionen ist wahrscheinlich noch viel wichtiger. Ich habe festgestellt, dass das sogar oft noch besser gelingt, wenn man allein unterwegs ist.











Vielen Dank liebe Julia für diese spannenden Einblicke!
Du möchtest wissen, welche Benefits wir neben verschiedenen Sabbatical-Modellen noch anbieten?
